11.01.15

Stadtgeschichte - Rheine und der Adel

Um mich ein wenig abzulenken, habe ich meinem Lieblingströdler gestern einen Besuch abgestattet. Daraus resultiert, dass ich mich aktuell mit der jüngeren Geschichte meiner Heimatstadt beschäftige.

Von vorne: Mein Trödler durfte jüngst "die Reste" eines seit ca. 7 Jahre leerstehenden Hauses entrümpeln, in dem die "vergessene Prinzessin" von Rheine die letzten 30 Jahre lebte. Ihre ehemalige Residenz, Kloster/Schloss Bentlage, wurde bereits Ende der 70er Jahre von der Familie an die Stadt Rheine verkauft.

So unternahm ich also eine Reise durch das Netz und durchforstete Seiten, die sich mit den "von und zu´s" beschäftigen. Stutzig gemacht hat mich, dass nicht ein Foto der "vergessenen Prinzessin" Marie-Louise von Looz und Corswarem im www existiert und es auch sonst keine großartigen Aufzeichnungen gibt. Dabei konnte mir der Trödler (gut untergebracht in seinem Büro und somit nicht für die breite Öffentlichkeit gedacht) sogar 3 Aktzeichnungen der Guten zeigen. Sie scheint also durchaus umtriebig gewesen zu sein.

Es ist nicht so, dass ich mich speziell für den Adel interessiere, aber wie wenig Fußspuren jemand, der in einer Kleinstadt in einem Schloss wohnte, von 1921 bis 2007 lebte, adoptiert wurde von Baron Wilhelm von Borgaerde-Terbrugge und seiner Frau Baronin Albertine van Heeckeren van Kell und 1952 von Prinz René de Looz-Corswarem geheiratet wurde, überrascht mich schon. Und dass unsere Stadt mit etwa 200 Jahren Adelsgeschichte nicht wirklich viel im Netz darüber veröffentlicht hat, auch.

Um zu bewahren, habe ich also gestern eine für mich erschwingliche Teekanne aus ihrem Nachlass erworben. Ein schönes, aber bestimmt kein besonderes Stück. Das Foto der Prinzessin bekam ich geschenkt - soweit rückseitig zu erkennen zeigt es sie um 1937.

Falls jemand mehr Informationen hat, freue ich mich davon zu hören. Egal ob zur Geschichte oder zur Teekanne (ohne Markung).

Habt einen guten und friedlichen Sonntag,
Steph










Kommentare:

  1. Die Kanne ist ja große Klasse! Ist die aus Holz? Der Henkel sieht so aus.
    Ich kann dich verstehen, dass dich sowas interessiert. AAls vor zwei Jahren meine Oma starb und wir deren Haus ausräumen mussten, habe ich viele alte Fotos von meinem ebenfalls bereits verstorbenen Großonkel wieder gefunden. Ich bin sehr interessiert an der Geschichte der Fotos, auch wenn keiner mehr lebt, der sie mir erzählen kann. Meine Mutter kann sich noch an ein paar der Leute erinnern, die zu sehen sind. Aber wer die Menschen wirklich waren - weiß keiner mehr. Meine Familie ist zwar nicht adelig und man wird auch nichts über sie im Netz finden, aber trotzdem.

    Ich hoffe, du kannst noch etwas herausfinden über die Dame (mir ist sie leider unbekannt).

    Liebe Grüße,
    Linda

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    1. Hallo Linda,
      das Interesse an der eigenen Familie kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Ich habe das Glück, meine Oma noch zu haben, die mit 89 Jahren noch alle Personen auf Fotos identifizieren kann.
      Die Kann ist übrigens aus unglasiertem Ton.

      Herzlichst!

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  2. ich finde solche geschichten spannend und wunderbar. ich hoffe du kannst noch etwas herausfinden. noch schöner ist es, wenn man sich mit alten leuten über ihre vergangenheit unterhalten kann. oft erfährt man dabei völlig unerwartetes. wie in deinem fall mit den drei aktbildern der prinzessin ;). liebst, sabine

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  3. oh, die schaut ja nett aus.
    irgendwie ganz grundlegend erschütternd, wenn von menschen so wenig bleibt an erinnerung; am beispiel einer prinzessin schon alleine aufgrund kindlicher märchenprägung noch mehr.

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  4. Das ist eine schöne Geschichte.
    Komisch, das niemand sich dafür interessiert.
    Sonst besorgt sich doch eine Stadt immer ein nettes Aushängesschild, mit dem sie protzen kann , oder?
    Vielleicht gibt es einen SKANDAL ui,ui,ui :O)
    Egal, ich mag alt Fotos mit Geschichte und habe selbst sehr viele in meiner Wohnun hier und da deponiert und ausgestellt. Auch wenn ich die Leute nicht kenne, denke ich doch immer, was mögen sie in Ihrem Leben wohle alles gemacht haben.
    Auch Familienfotos werden in Ehren gehalten.
    Ich bin immer sehr traurig, wenn ich alte Fotoalben bei meinem Trödler um die Ecke sehe und niemand sie mehr haben will.
    Aber ich kann halt nicht alles retten.
    Schönen Abend noch
    Petra

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  5. was für eine wunderschöne frau!
    ich hab gestern auch wieder mal fotos gerettet...
    herzliche grüße, mano

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  6. Extrem geniale Kanne...würde ich auch glatt nehmen, auch wenn sie soooooo gaaaaar nicht optisch hier her passt...im übrigen habe ich mal gelesen, daß die kanne nur mit wasser behandelt werden soll - innen und aussen. und so nach und nach wird sie nämlich diesen schönen tonglanz annehmen...das scheint ja hier noch nicht der fall zu sein...ansonsten: die schätze in der vitrine sind wie immer nicht zu verachten...insbesondere die lesebrille ;) ich glaub, da bin ich auch bald fällig.
    so, muss enden und gleich zum turnier schleichen...drück dich aus der ferne....mit fetten grüssen!

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