10.01.15

Samstagskaffee ... mit Zorn

Ich würde mich gerne an diesem Samstag erfreuen. Es ist noch ganz still im Haus, der Kaffee schmeckt und ich habe frei. Und wer seinen Samstag locker und leicht starten möchte, der liest meine weiteren Gedanken nicht durch, sondern geht rüber zur hoffentlich fröhlichen Kaffeerunde bei Ninja.

Aber die Ereignisse dieser Woche machen mich zornig und meine Gedanken dazu überschlagen sich in meinem Kopf. Zugegebenermaßen geschehen fast täglich auf der Welt Morde im Namen der Religion oder anderen Beweggründen und ich schreibe nicht darüber. Aber die geschehen meistens weit weg und ich blende sie weitestgehend aus. Es ist ein Schutzmechanismus, so glaube ich zumindest.
Jetzt aber, so nah dran. In einer Stadt, in der ich mich manchmal zum Arbeiten befinde, die "Stadt der Liebe" ist es so, als wäre mein Nachbarn hingerichtet worden.

Man zeigt Solidarität, will sich seine Freiheit nicht nehmen lassen. Aber ehrlich, es nimmt uns doch ein Stück unseres Freiheit, weil wir uns nie wieder so unbeschwert bewegen werden. Weil jede Tat, egal wo verübt, auch auf unseren Seelen Narben hinterlässt. Weil nur dumme Menschen das tun und man nie die Chance haben wird, mit ihnen darüber zu sprechen. Sie verstehen ja nicht, sie sind tumb. Weil es Gegenreaktionen erzeugt, die auch wieder schlimm sind.
Den Kern des bösen Gedankengutes wird man auch mit zahlreichen Demonstrationen, Äußerungen, Drohungen und was auch immer nie auflösen können. Machtlosigkeit, die mich mit Zorn erfüllt. Wildfremde Menschen sind in der Lage, mir mit ihren Taten Angst zu machen. Das Schöne einfach so zu zerstören. Aus Liebe Hass und Mord machen. ...

Ich werde wieder andere Posts schreiben. Leichte.

Heute aber setze ich, ob aus religiösen oder anderen Motivationen, schlechten Menschen, nur eines entgegen: ein Bild, das Liebe zeigt! Einen stolzen Paul, der hingebungsvoll an seinem Cousin hängt. Das ist mein winziger Beitrag auf dieser Welt - genau diese Gabe meinem Kind zu übermitteln. Und bleibe hoffnungsvoll bei dem Gedanken, dass alle Eltern dieser Welt das wichtigste Gut überhaupt vermitteln werden: andere zu lieben!

Eure,
Steph


Kommentare:

  1. ja ich glaube du hast recht. dem bösen kann man nur mit liebe entgegen treten. auch wenn man am liebsten um sich schlagen würde vor lauter traurigkeit. es drückt dich, sabine

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  2. Es ist wirklich schwierig in diesen ver-rückten Zeiten, den inneren Frieden zu haben. lg Regula

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  3. Danke. Es ist schön zu lesen, dass auch dein Alltag von den aktuellen Ereignissen überschattet wird. Ich habe mich schon gefragt, ob ich über reagiere, wenn ich mit meinen Kindern immer wieder darüber rede, dass Gewalt keine Option ist. Schön, dass auch du den Weg gehst Frieden und Liebe an unsere neue Generation weiterzugeben. Meiner Meinung nach ist das der einzige Weg unsere Gesellschaft zu erziehen! Danke für deine Worte! Anja

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  4. Ich weiß nicht mehr, wer das sagte, aber irgendjemand war es, der so schlau bekundete:

    Ich kann nicht die ganze Welt verändern, aber einen einzelnen Menschen - mich selbst.

    Und ich denke, genau hier fängt der Ansatz an. Man muss weniger egoistisch sein und mehr Rücksicht nehmen. Deswegen muss man ja nicht sich selbst aufgeben oder verraten, viel wird ja meist nicht verlangt.
    Und noch jemand sagte:
    Wenn dein Feind dich mit Steinen bewirft, antworte du mit Rosen.

    Ein wunderschönes Bild!

    Liebe Grüße,
    Linda

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    1. Bewegende Worte, liebe Linda! DIe haben mich gerade echt berührt, danke ♥!
      Und danke Dir, Steph, für diesen Post. Ich schwanke auch zwischen Freude über das Wochenende und stillen Momenten, in denen ich das alles noch nicht ganz fassen kann. Lindas Zitat und Dein Foto der beiden Jungs finde ich hier sehr passend und Mut machend.
      Herzliche Grüße, Nora

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  5. in letzter konsequenz geht es wohl wirklich nur um die liebe.

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  6. Du sprichst mir aus der Seele! Liebe! Und die Hoffnung, dass es auch wieder bessere Zeiten geben wird. Herzlichst, Ulli

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  7. ein schöner Post!
    Du sprichst uns allen aus der Seele.
    Die Liebe ist auf alle Fälle immer noch in der "Überzahl"!
    liebe Grüße
    Gerti

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  8. Da sprichst du mir aus dem Herzen!
    Schöne Grüße
    Jutta

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  9. Liebe Steph, ich bin ganz bei Dir. Wir haben zusammen mit dem Großen die Kindernachrichten geschaut (LOGO auf KIKA) und er war sprachlos und sehr berührt. Es folgten auch viele Fragen und ich musste feststellen, daß es nicht so leicht ist, alles kindgerecht zu beantworten. Aber es hat mir in dem Moment aufgezeigt, wie wichtig es ist, unseren Kindern die Werte zu vermitteln, für die wir leben. Und wir bleiben dabei, nicht zum einfachen Mitläufer zu werden, sondern die Dinge zu hinterfragen - denn nachplappern ist für ein Kind leicht, dahinterzusteigen dagegen relativ schwer. Auch wenn wir nicht wissen, in welche Richtung sich alles in der nächsten Zeit wenden wird, so werden wir weiterhin mit den uns vernünftigen Mitteln - nämlich Wort & Stift - dafür einsetzen, daß wir friedlich nebeneinander und miteinander Leben können.
    In diesem Sinne - hab einen guten Sonntag.

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  10. yep, voll und ganz stimme ich dir zu.

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  11. liebe steph, dein bild rührt mich zu tränen. so ein wunderbarer post! danke dafür und viel liebe zu dir!
    mano

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